Satzung über die Erhebung von Gebühren für öffentliche Leistungen

Satzung über die Erhebung von Gebühren für öffentliche Leistungen
(Verwaltungsgebührensatzung)

 
Aufgrund von § 4 der Gemeindeordnung  für Baden-Württemberg (GemO) und §§ 2 und 11 des Kommunalabgabengesetzes hat der Gemeinderat Achberg am 19.11.2020 folgende Satzung beschlossen:

§ 1 Gebührenpflicht

Die Gemeinde Achberg erhebt für öffentliche Leistungen, die sie auf Veranlassung oder im Interesse Einzelner vornimmt, Gebühren nach dieser Satzung (Verwaltungsgebühren), soweit nicht Bundesrecht oder Landesrecht etwas anderes bestimmen. Unberührt bleiben Bestimmungen über Verwaltungsgebühren in besonderen Gebührensatzungen der Gemeinde.

§ 2 Gebührenfreiheit

1)      Verwaltungsgebühren werden nicht erhoben für öffentliche Leistungen, die folgende Angelegenheiten betreffen:
a)       Gnadensachen,
b)      das bestehende oder frühere Dienstverhältnis von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes,
c)       die bestehende oder frühere gesetzliche Dienstpflicht oder die bestehende oder frühere an Stelle der gesetzlichen Dienstpflicht geleistete Tätigkeit,
d)      Prüfungen, die der beruflichen Aus- und Weiterbildung dienen, mit Ausnahme von Prüfungen zur Notenverbesserung
e)      Leistungen geringfügiger Natur, insbesondere mündliche und einfache Auskünfte, soweit bei schriftlichen Auskünften nicht durch diese Satzung etwas anderes bestimmt ist,
f)        Behördliche Informationsgewinnung,
g)       Verfahren, die von der Gemeinde ganz oder überwiegend nach den Vorschriften der Abgabenordnung durchzuführen sind, mit Ausnahme der Entscheidung über Rechtsbehelfe.

2)      Von der Entrichtung der Verwaltungsgebühren sind, soweit Gegenseitigkeit besteht, befreit:
a)       Das Land Baden-Württemberg,
b)      die landesunmittelbaren juristischen Personen des öffentlichen Rechts, die nach den Haushaltsplänen des Landes für Rechnung des Landes verwaltet werden,
c)       die Gemeinden, Landkreise, Gemeindeverbände und Zweckverbände sowie Verbände der Regionalplanung in Baden-Württemberg.
Die Befreiung tritt nicht ein, soweit die in Satz 1 genannten berechtigt sind, die Verwaltungsgebühren Dritten aufzuerlegen oder sonst auf Dritte umzulegen.
3)      Weitere spezialgesetzliche Gebührenbefreiungstatbestände bleiben unberührt.

§ 3 Gebührenschuldner

1)      Zur Zahlung der Verwaltungsgebühren und Auslagen ist derjenige verpflichtet,
1.       Dem die öffentliche Leistung zuzurechnen ist
2.       Der die Gebühren- und Auslagenschuld der Gemeinde gegenüber durch schriftliche Erklärung übernommen hat,
3.       Der für die Gebühren- und Auslagenschuld eines anderen Kraft Gesetzes haftet.
2)      Mehrere Gebühren- und Auslagenschuldner haften als Gesamtschuldner.


§ 4 Gebührenhöhe

1)      Die Höhe der Verwaltungsgebühren richtet sich nach dem dieser Satzung beigefügten Gebührenverzeichnis. Das Gebührenverzeichnis ist Bestandteil der Satzung. Für öffentliche Leistungen, für die im Gebührenverzeichnis weder eine Verwaltungsgebühr bestimmt noch Gebührenfreiheit vorgesehen ist, wird die Gebühr nach Zeitaufwand und mit dem Fall beschäftigte Mitarbeitergruppe berechnet.
2)      Ist eine Verwaltungsgebühr innerhalb eines Gebührenrahmens zu erheben, bemisst sich ihre Höhe nach dem Verwaltungsaufwand sowie nach der wirtschaftlichen oder sonstigen Bedeutung für den Gebührenschuldner zum Zeitpunkt der Beendigung der öffentlichen Leistung.
3)      Ist eine Verwaltungsgebühr nach dem Wert des Gegenstandes zu berechnen, so ist der Verkehrswert zur Zeit der Beendigung der Leistung maßgebend. Der Gebührenschuldner hat auf Verlangen den Wert des Gegenstandes nachzuweisen. Bei Verweigerung oder ungenügender Führung des Nachweises hat die Behörde den Wert auf Kosten des Gebührenschuldners zu schätzen. Sie kann sich hierbei Sachverständiger bedienen.
4)      Wird der Antrag auf Erbringung einer öffentlichen Leistung abgelehnt, wird eine Verwaltungsgebühr entsprechend Zeitaufwand und mit dem Fall beschäftigte Mitarbeitergruppe erhoben. Wird der Antrag ausschließlich wegen Unzuständigkeit abgelehnt, wird keine Gebühr erhoben. Eine Gebühr kann in Fällen nach Satz 1 nicht erhoben werden, wenn die Erbringung der öffentlichen Leistungen nach Umweltverwaltungsgesetz erfolgen sollte.
5)      Wird der Antrag auf Erbringung einer öffentlichen Leistung, mit dessen sachlicher Bearbeitung begonnen ist, vor Erbringung der öffentlichen Leistung zurückgenommen oder unterbleibt die öffentlichen Leistung aus sonstigen, vom Schuldner zu vertretenden Gründen, so wird die Verwaltungsgebühr entsprechend Zeitaufwand und mit dem Fall beschäftigte Mitarbeitergruppe erhoben. Eine Gebühr kann in Fällen nach Satz 1 nicht erhoben werden, wenn die Erbringung der öffentlichen Leistungen nach Umweltverwaltungsgesetz erfolgen sollte.

§ 5 Entstehung der Gebühr

1)      Die Gebührenschuld entsteht mit der Beendigung der öffentlichen Leistung
2)      Bei Zurücknahme eines Antrags nach § 4 Abs. 5 dieser Satzung entsteht die Gebührenschuld mit der Zurücknahme, in den anderen Fällen des § 4 Absatz 4 Satz 1 dieser Satzung mit der Beendigung der öffentlichen Leistung.

§ 6 Fälligkeit, Zahlung

1)      Die Verwaltungsgebühr wird durch schriftlichen oder mündlichen Bescheid festgesetzt und ist mit der Bekanntgabe der Gebührenfestsetzung an den Schuldner fällig.
2)      Die Erbringung einer öffentlichen Leistung, die auf Antrag erbracht wird, kann von der Zahlung eines Vorschusses oder von der Leistung einer Sicherheit bis zur Höhe der voraussichtlich entstehenden Gebühren und Auslagen abhängig gemacht werden. Dem Antragsteller ist eine angemessene Frist zur Zahlung des Vorschusses oder zur Leistung der Sicherheit zu setzen. Die Gemeinde Achberg kann den Antrag als zurückgenommen behandeln, wenn die Frist nicht eingehalten wird und der Antragsteller bei der Anforderung des Vorschusses oder der Sicherheitsleistung hierauf hingewiesen worden ist.
3)      Ausfertigungen, Abschriften sowie zurückzugebende Urkunden, die aus Anlass der öffentlichen Leistung eingereicht worden sind, können bis zur Bezahlung der festgesetzten Gebühren und Auslagen zurückbehalten werden.

§ 7 Auslagen

 1)      In der Verwaltungsgebühr sind die in der Gemeinde Achberg erwachsenen Auslagen inbegriffen. Übersteigt die Auslagen das übliche Maß erheblich, werden sie gesondert in der tatsächlich entstandenen Höhe festgesetzt. Dies gilt auch dann, wenn für eine öffentliche Leistung keine Gebühr erhoben wird.
 
2)      Auslagen nach Absatz 1 Satz 2 sind insbesondere
a)       Gebühren für Telekommunikation
b)      Reisekosten
c)       Kosten öffentlicher Bekanntmachung
d)      Vergütung für Zeugen und Sachverständige sowie sonstige Kosten der Beweiserhebung
e)      Vergütung an andere juristische oder natürliche Personen für Leistungen und Lieferungen
f)        Kosten der Beförderung und Verwahrung von Personen und Sachen

3)      Auf die Erstattung von Auslagen sind die für Verwaltungsgebühren geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden. Der Anspruch auf Erstattung der Auslagen entsteht mit der Aufwendung des zu erstattenden Betrags.

§ 8 Umsatzbesteuerung

Mit Ende der Umsatzsteuerbefreiung von Leistungen der Gemeinde wird entsprechend § 2b Umsatzsteuergesetz auf umsatzsteuerpflichtige Leistungen die Umsatzsteuer nach dem gültigen Satz hinzugerechnet.

§ 9 Schlussvorschriften

1)      Diese Satzung tritt am 01.01.2021 in Kraft
2)      Zu gleicher Zeit tritt die Verwaltungsgebührensatzung vom 22. Mai 1997 und alle sonstigen dieser Satzung entsprechenden oder widersprechenden Vorschriften außer Kraft.
3)      Zur Gültigkeit von Satzungen unter Verletzung von Verfahrens- oder Formvorschriften wird auf § 4 Absatz 4 der Gemeindeordnung hingewiesen.
 
 
Achberg, den 19. November 2020
gez.
Dr. Aschauer
Bürgermeister


Gebührenverzeichnis - Anlage zur Verwaltungsgebührensatzung


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