Ferienprogramm "Der Berg ruft"

Ferienprogramm „Der Berg ruft“
Wandern…?! Langweilig…?! Von wegen!
Am frühen sonnigen 15. Augustmorgen sind drei Kinder und vier Erwachsene mit ihrem bergerfahrenen Bürgermeister nach Gargellen ins Montafon gefahren. Wir sind bei frischen Temperaturen ins taunasse Vergalda-Tal mit dem Rucksack voller Erwartungen aufgestiegen.
Die ersten Minuten liefen wir schweigend geradeaus und bestaunten die von der Sonne angestrahlten Bergrücken ringsum.
Eine restliche Lawine vom Frühjahr lag nach ein paar Wegbiegungen über unserem Pfad. Sie bestand aus Eis, Erde und Geröll. Ein aufgestelltes Holzkreuz zeigte uns, dass hier ein Bauer verunglückt war. Etwas gruselig wurde einem schon zumute.
Nach gut einer Stunde kamen wir an einer Jagdhütte vorbei, deren Holzbank zu einer ersten Brotzeit einlud. Danach begann der steile Aufstieg zum Schneeberg entlang von kleinen Bächen und Rinnsalen. Wir verließen den Weg und folgten den Tierpfaden durch Gras, Sträucher und Gesteinsblöcken.
In die Stille, die nur ab und zu durch das Pfeifen eines Murmeltieres unterbrochen wurde, drang plötzlich ein helles Wiehern. Unsere Augen suchten die Umgebung ab. Als wir die Hochebene mit dem See erreicht hatten, sahen wir am Fuße des Berges eine Pferdeherde mit zwei Eseln grasen. Neugierig schauten sie in unsere Richtung. Wir packten unser Proviant aus und machten Mittagspause. Otto entdeckte in dem See viele Kaulquappen, das Wasser war aber zum baden viel  zu kalt. Als wir zum Höhengrad aufblickten sahen wir eine Herde Rothirsche, die uns auch zu beobachten schienen.
Der weitere Aufstieg führte durch felsiges Blockgelände mit Gras bewachsenen Rinnen. Je höher wir kamen, desto mehr kleine Seen entdeckten wir unter uns.
Jetzt machte der Aufstieg richtig Freude, denn man konnte über die griffigen Felsblöcke aufwärts kraxeln. Kurz unter dem Gipfel waren die Felsblöcke fast so groß wie ein kleines Haus. Beeindruckend! Der flotte Otto kletterte besonders wendig und schnell vorweg. Er erreichte den kleinflächigen Gipfel mit 2583 Meereshöhe als erster, gefolgt von Annika und Viola. Hier gab es Gipfelschokolade als Belohnung für tausend gestiegene Höhenmeter! Wir hatten eine fantastische Aussicht auf die imposante Rotbühlspitze (2853 müNN), auf das Madrisahorn, die mächtige Madrisa, das Gandatal mit Vergletscherungsrelikten und die Heimspitze im Nordosten.
Der Abstieg erfolgte über die steile südwestliche Wiese mit schönen seltenen Blumen. Nach einer weiteren Rast an der Zollhütte liefen wir nach sieben Stunden im Hochgebirge durch das Wintertal entlang dem Valzifenzbaches zurück zu unseren Autos.
Im Achberger Landhaus gab es für alle gut gelaunten Bergsteiger noch ein leckeres Eis.
Ein großer Dank geht an unseren Bürgermeister, der diese wunderbare Tour geplant hat und uns sicher durch das weglose Gelände geführt hat!
Viola Frehner mit Daniela